Die malische Armee hat Anfang Juli erstmals Drohnen vom Typ Shahed-136 in ihrem militärischen Kampf gegen bewaffnete Gruppen im Norden des Landes eingesetzt. Dies bestätigten zwei durch Jeune Afrique und Bellingcat verifizierte Zwischenfälle, die den Einsatz dieser Langstreckenangriffsdrohnen dokumentieren. Die Drohnen, die ursprünglich vom Iran entwickelt wurden und inzwischen in mehreren Konflikten weltweit zum Einsatz kommen, markieren eine signifikante Eskalation und Modernisierung der militärischen Fähigkeiten der malischen Streitkräfte.
Die Einsätze erfolgten in Zusammenarbeit mit russischen Verbündeten, die seit Jahren militärisch im Land präsent sind, darunter Einheiten der Söldnergruppe Wagner. Beobachter sehen in der Nutzung dieser Drohnen eine strategische Verschiebung: Mali verfügt nun über eine Fernwirkkapazität, mit der es Ziele über große Distanzen präzise angreifen kann – eine Fähigkeit, die zuvor in der Region kaum vorhanden war. Die Drohnen können mit Sprengstoff beladen werden und fliegen gezielt in ihr Ziel, was sie zu tödlichen Waffen in asymmetrischen Konflikten macht.
Experten warnen vor den humanitären und sicherheitspolitischen Folgen dieses Technologietransfers. Die Verwendung iranischer Drohnen in Westafrika unterstreicht die zunehmende internationale Verflechtung des Konflikts in der Sahelzone. Gleichzeitig könnte sich die Eskalation negativ auf die ohnehin angespannte humanitäre Lage auswirken, da Zivilgebiete durch Fehlschläge oder gezielte Angriffe gefährdet sind. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklung mit Besorgnis, insbesondere angesichts der undurchsichtigen militärischen Allianzen und des Rückzugs traditioneller westlicher Partner aus Mali.
Quellen: The Africa Report