Marokko kooperiert bei Rückführung minderjähriger Migranten aus Ceuta

Marokko hat seine Bereitschaft bekundet, bei der Rückführung unbegleiteter minderjähriger Migranten aus der spanischen Exklave Ceuta zu kooperieren. Wie marokkanische staatliche Medien berichteten, werde Rabat eng mit der Europäischen Union zusammenarbeiten, um die betroffenen Kinder zu identifizieren und sie sicher in ihre Heimat zurückzubringen. Die Ankündigung erfolgt einen Tag nach scharfen diplomatischen Vorwürfen Spaniens gegen Italien, das nach dem Migrantenansturm vorübergehend Grenzkontrollen eingeführt hatte.

Der jüngste Zwischenfall in Ceuta, bei dem Hunderte Migranten – darunter zahlreiche Jugendliche – aus marokkanischem Gebiet in die spanische Enklave gelangten, hatte eine neue Welle der Spannungen zwischen europäischen Ländern ausgelöst. Spanien warf Italien vor, mit seinen Maßnahmen unnötige Panik zu schüren. Gleichzeitig warf die FAZ in einer Analyse vielen Medien vor, durch selektive Berichterstattung und falsch verstandene Objektivität die Bilder aus Ceuta zu politischen Waffen zu machen.

Marokkos Kooperationsangebot könnte einen ersten Schritt zu einer Entspannung darstellen. Die EU begrüßte die Initiative und kündigte an, die Zusammenarbeit mit marokkanischen Behörden zu intensivieren, um humanitäre Standards bei der Rückführung zu gewährleisten. Beobachter sehen darin ein Signal für eine mögliche Stabilisierung der Migrationsroute über das westliche Mittelmeer.

Quellen: Africanews EN, BBC News – World, FAZ Online