Marokko hat am Samstag einen weiteren großen Versuch von Migranten, illegal in die spanische Exklave Ceuta zu gelangen, erfolgreich vereitelt. Wie ein AFP-Korrespondent berichtete, wurden im Bereich der Grenzstadt Fnideq Hunderte Migranten – überwiegend aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara – von marokkanischen Sicherheitskräften daran gehindert, die Grenze zu überwinden. Dies geschah nur zwei Wochen nach einem massiven Ansturm Tausender Migranten, bei dem einige vorübergehend in das europäische Hoheitsgebiet vordringen konnten.
Beispielloses Sicherheitsaufgebot
Laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung setzte Marokko diesmal ein beispielloses militärisches und polizeiliches Großaufgebot ein, um eine Wiederholung des Chaos vom Juli zu verhindern. Die Behörden verstärkten die Präsenz entlang der Zäune und Kontrollpunkte deutlich, installierten zusätzliche Überwachungssysteme und koordinierten eng mit den spanischen Grenzbehörden. Der Erfolg des Einsatzes gilt auch als innenpolitisches Signal: Die Regierung in Rabat will zeigen, dass sie die Kontrolle über ihre Außengrenzen behält – nicht zuletzt unter Druck europäischer Partner.
Enttäuschung und Frustration bei Migranten
Trotz der harten Abschottung bleibt die Enttäuschung groß unter jenen, die in Nordmarokko ausharren. Viele hoffen noch immer darauf, nach Europa zu gelangen, was ihnen als letzter Ausweg aus Armut, Konflikten oder politischer Verfolgung erscheint. Gleichzeitig wächst die Kritik an der Korruption entlang der Grenzregionen sowie an der Behandlung von Migranten durch marokkanische Sicherheitskräfte. Von der ARD-Reporterin Franka Welz wird Ceuta symbolisch als „Europas verschlossene Tür“ beschrieben – eine Grenze, die für viele unerreichbar bleibt, trotz aller Risiken.
Quellen: Africanews EN, FAZ Online, ARD Tagesschau – Ausland