In Südafrika ranken sich zahlreiche Behauptungen um die Rolle internationaler Migranten – besonders im Zusammenhang mit Arbeitslosigkeit und Kriminalität. Häufig wird suggeriert, Migranten nähmen Einheimischen die Arbeitsplätze oder seien überproportional an Straftaten beteiligt. Eine neue Faktenprüfung durch Africa Check untersucht nun, was die verfügbaren Statistiken tatsächlich über diese Zusammenhänge aussagen.
Laut offiziellen Daten des Südafrikanischen Statistikamts (Stats SA) machen ausländische Staatsangehörige etwa 3,5 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Bei der Beschäftigung liegt der Anteil internationaler Migranten in formellen Arbeitsverhältnissen ebenfalls bei etwa 3–4 Prozent – ein Anteil, der ihrer Bevölkerungsquote weitgehend entspricht. Es gibt keine Belege dafür, dass Migranten systematisch Einheimische bei der Jobsuche verdrängen. Vielmehr konzentrieren sie sich auf Sektoren wie Gastronomie, Bauwesen und Kleinhandel, oft in informellen Tätigkeiten, die wenig attraktiv für viele einheimische Arbeitnehmer sind.
Auch bei der Kriminalitätsstatistik zeigen die Zahlen keine überdurchschnittliche Beteiligung von Migranten. Die südafrikanische Polizei (SAPS) erfasst keine Straftaten nach der Staatsangehörigkeit der Verdächtigen. Indirekte Analysen, etwa durch das Southern African Migration Project, deuten darauf hin, dass Migranten nicht häufiger straffällig werden als Einheimische – im Gegenteil, in einigen Studien waren sie sogar unterrepräsentiert.
Trotzdem bleibt die Stimmung in Teilen der Bevölkerung feindselig. Gewalt gegen Migranten – sogenannte Xenophobie – bricht immer wieder auf, oft angeheizt durch soziale Medien und politische Rhetorik. Experten warnen davor, komplexe soziale Probleme wie Armut und fehlende Infrastruktur auf Migranten zu projizieren, statt strukturelle Reformen anzugehen.
Quellen: AllAfrica – Latest