Nigeria bereitet sich auf eine massive Erhöhung der Militärgehälter vor: Ab dem 1. September werden die Bezüge von Armee, Marine und Luftwaffe um bis zu 80 Prozent angehoben. Präsident Bola Tinubu begründete die Maßnahme mit der Notwendigkeit, das Wohlergehen der Streitkräfte zu verbessern, die in zahlreichen Regionen des Landes gegen islamistische Rebellen, bewaffnete Banden und Entführer kämpfen.
Laut Angaben des Präsidialamts sollen etwa 250.000 aktive Soldatinnen und Soldaten von der neuen Vergütungsstruktur profitieren. Die Regierung hofft, dass die Gehaltserhöhung nicht nur die Motivation der Truppen stärkt, sondern auch Desertionen eindämmt und die Rekrutierung qualifizierter Nachwuchskräfte erleichtert.
Das westafrikanische Land kämpft seit Jahren mit schweren inneren Sicherheitsherausforderungen. Im Nordosten bedroht die Terrorgruppe Boko Haram weiterhin Zivilbevölkerung und Infrastruktur, während im Südwesten bewaffnete Gruppen zunehmend zu Entführungen und Erpressungen übergehen. Gleichzeitig berichten Menschenrechtsorganisationen immer wieder von Übergriffen durch staatliche Sicherheitskräfte – ein sensibles Thema, das auch mit der neuen Gehaltsreform diskutiert wird.
Die finanzielle Belastung für den Staatshaushalt ist erheblich. Dennoch sieht die Regierung Tinubu die Investition als notwendig an, um die operative Effektivität der Streitkräfte langfristig zu verbessern und gleichzeitig soziale Spannungen innerhalb der Armee zu verringern.
Quellen: AllAfrica – Latest, AllAfrica – West Africa, AllAfrica – Nigeria, AllAfrica – Business