Nigerianische Regierung prüft Verträge zu vergebenen Straßenprojekten erneut

Die nigerianische Regierung hat angekündigt, die bestehenden Konzessionsverträge für vergebene Straßenbauprojekte einer umfassenden Überprüfung zu unterziehen. Hintergrund sind zunehmende Kritik und Unmut der Bevölkerung über den schlechten Zustand zahlreicher Fernstraßen, insbesondere der vielbefahrenen Benin-Asaba-Verbindung im Südwesten des Landes.

Als Reaktion auf die öffentliche Empörung hat die Regierung bereits eine Sitzung mit allen beteiligten Stakeholdern einberufen, um die Leistung der konzessionierten Betreiber zu bewerten und mögliche Verstöße gegen die Vertragsbedingungen zu prüfen. Offizielle Vertreter entschuldigten sich bei den Bürgern für die Unannehmlichkeiten und versprachen mehr Transparenz und bessere Aufsicht.

Die Benin-Asaba-Straße, eine der wichtigsten Transitrouten zwischen Lagos und den östlichen Bundesstaaten, weist seit Jahren schwere Schäden auf, darunter tiefe Schlaglöcher, fehlende Markierungen und mangelnde Wartung. Trotz der Übergabe an private Betreiber im Rahmen von Public-Private-Partnership-Vereinbarungen blieben die versprochenen Sanierungen weitgehend aus.

Experten fordern nun nicht nur strafrechtliche Konsequenzen für Vertragsverletzungen, sondern auch eine Neuausschreibung oder Zwangsrücknahme missglückter Projekte. Die Überprüfung könnte ein Präzedenzfall für andere infrastrukturelle Konzessionsprojekte im Land werden.

Quellen: AllAfrica – West Africa, AllAfrica – Nigeria