NPA zieht gegen Sasol wegen langjähriger Wasserverseuchung erneut vor Gericht

Die Nationale Staatsanwaltschaft Südafrikas (NPA) hat neue juristische Schritte gegen den Industriekonzern Sasol eingeleitet, nachdem ein jahrelanger Fall von mutmaßlicher Wasserumweltverschmutzung erneut Aufmerksamkeit erregt hat. Wie nun bekannt wurde, hat die NPA Durchsuchungsbefehle gegen Sasol durchgesetzt, verbunden mit der Sicherung von Beweismaterial aus Unternehmensniederlassungen in der Region Secunda. Die Ermittlungen drehen sich um die Freisetzung giftiger Chemikalien in lokale Wasserläufe, die bereits 2019 von einem Whistleblower gemeldet worden waren.

Obwohl Umweltbehörden und Chapter-Nine-Institutionen wie die Public Protector Office damals Alarm schlugen, zogen sich die Untersuchungen über Jahre hinweg hin – teilweise aufgrund mangelnder Koordination zwischen Regierungsstellen. Inzwischen deuten Berichte darauf hin, dass kontaminiertes Wasser in Gemeinden gelangt sein könnte, was gesundheitliche Risiken birgt. Bürgerinitiativen und Umweltverbände fordern seit Langem strafrechtliche Konsequenzen.

Die neuen Durchsuchungen markieren einen Wendepunkt im Umgang mit industrieller Umweltkriminalität in Südafrika. Experten sehen darin ein Signal dafür, dass die Staatsanwaltschaft endlich entschlossen handelt, auch gegen mächtige Wirtschaftsakteure. Sasol hat bisher keine Stellungnahme abgegeben, betont aber regelmäßig sein Engagement für Umweltstandards.

Die Öffentlichkeit beobachtet den Fall aufmerksam, da er exemplarisch für strukturelle Versäumnisse im Umweltschutz steht. Die Ergebnisse der laufenden Ermittlungen könnten weitreichende rechtliche und politische Folgen haben.

Quellen: Daily Maverick