Die Oromo Liberation Army (OLA) hat ausländische und einheimische Unternehmen im Bergbausektor der äthiopischen Region Oromia aufgefordert, lokale Gemeinschaften aktiv in ihre Projekte einzubinden und ihnen direkte Vorteile wie Einkommen und Infrastruktur zu sichern. In einer jüngsten Erklärung machte die Rebellengruppe deutlich, dass das Fehlen lokaler Beteiligung als Grundlage für gewaltsame Aktionen dienen könne.
Als Beispiel für die Folgen mangelnder sozialer Integration verwies die OLA auf den jüngst tödlichen Zwischenfall am Tulu-Kapi-Goldprojekt, bei dem es zu einem bewaffneten Angriff kam, der mehrere Todesopfer forderte. Die Gruppe betonte, solche Ereignisse seien eine direkte Reaktion auf die Ausbeutung natürlicher Ressourcen ohne Zustimmung oder Nutzen für die Bevölkerung vor Ort.
Das Tulu-Kapi-Projekt gilt als eines der größten Goldmining-Vorhaben Äthiopiens und wird von privaten Investoren sowie staatlichen Stellen gefördert. Kritiker argumentieren jedoch seit Langem, dass indigene Gemeinschaften oft enteignet und marginalisiert würden, während internationale Firmen die Hauptprofiteure seien. Die Warnung der OLA könnte weitere Unsicherheit für ausländische Investoren in der ohnehin instabilen Region schaffen.
Die äthiopische Regierung hat bisher nicht offiziell auf die Drohung reagiert. Beobachter befürchten jedoch eine Zuspitzung der Lage in Oromia, wo bereits seit Jahren Spannungen zwischen ethnischen Oromo-Gruppen, staatlichen Sicherheitskräften und bewaffneten Milizen bestehen.
Quellen: Addis Standard