In Nigeria brodelt ein Skandal um eine als „phantom“ bezeichnete Behörde, die angeblich ohne parlamentarische Genehmigung gegründet wurde. Das sogenannte National Brand Development and Made in Nigeria Special Project Office soll eine internationale Marketingkampagne starten, um mehr als 50 Milliarden Naira (ca. 65 Millionen Euro) ins Land zu holen. Doch Kritiker werfen der Initiative vor, keine rechtliche Grundlage zu haben und als Vorwand für finanzielle Misswirtschaft zu dienen.
Der Generaldirektor der Einrichtung, Prince George Buchi Nwabueze, weist die Vorwürfe zurück. Er betont, dass die Agentur über offizielle Zustimmungen verfüge und ihre Tätigkeit durch einen laufenden Gerichtsprozess geschützt sei. Gegen ihn laufen jedoch Ermittlungen, da befürchtet wird, dass die Organisation ohne Budgetgenehmigung des Parlaments agiert und potenziell Steuergelder missbraucht.
Das Projekt zielt darauf ab, lokale Produkte zu fördern und den Export nigerianischer Waren zu steigern. Dennoch fragen Oppositionspolitiker und Zivilgesellschaft, warum eine solche Initiative nicht über bestehende Ministerien wie Industrie oder Handel läuft. Die Aufregung zeigt die angespannte Lage im öffentlichen Sektor, wo Transparenz und Rechenschaftspflicht oft hinterfragt werden. Die Aufklärung des Falls könnte weitreichende Folgen für die Glaubwürdigkeit staatlicher Reformprojekte haben.
Quellen: AllAfrica – Nigeria, AllAfrica – West Africa, AllAfrica – Latest