Algeriens Präsident Abdelmadjid Tebboune hat die Nichtausrichtung des Landes auf militärische oder geopolitische Blöcke erneut als zentrale Säule der außenpolitischen Strategie bekräftigt. Bei einer Ansprache am Dienstag in Algier betonte Tebboune, diese Haltung sei keine historische Relikte, sondern eine „erneuerte souveräne Entscheidung“, die durch die tiefgreifenden Transformationen der internationalen Ordnung notwendig werde.
„Die Souveränität ist unteilbar, und das Völkerrecht darf nicht selektiv angewandt werden“, so der Staatschef. Damit griff Tebboune eine langjährige Prinzip der algerischen Außenpolitik auf, das auf die Zeit der Unabhängigkeit und die Bewegung der Blockfreien zurückgeht. Angesichts neuer globaler Spannungen zwischen Großmächten und regionalen Konflikten sieht Algerien darin eine Grundlage für eine unabhängige, friedensfördernde Diplomatie.
Die Äußerungen fallen in eine Phase intensiver internationaler Spannungen, in der viele Staaten gezwungen sind, geopolitische Positionen einzunehmen. Algerien hingegen betont weiterhin seine Unabhängigkeit von Bündnissen und militärischen Allianzen – eine Haltung, die insbesondere im Umgang mit Konflikten in der Sahelregion und im Nahen Osten deutlich wird.
Quellen: AllAfrica – North Africa