Namibias Präsidentin Netumbo Nandi-Ndaitwah hat am Donnerstag vor einer repräsentativen Versammlung in Windhoek dazu aufgerufen, die wirtschaftliche Emanzipation des Landes als nationale Aufgabe anzugehen. In einer vielbeachteten Rede betonte sie, dass Namibia nach Erringung der politischen Unabhängigkeit 1990 nun in die „zweite Phase“ seines Befreiungskampfes eintrete – die wirtschaftliche Befreiung.
„Wir haben unsere Freiheit gewonnen, aber die volle wirtschaftliche Selbstbestimmung bleibt eine Aufgabe, die wir alle tragen müssen“, sagte Nandi-Ndaitwah. Besonders die junge Generation solle sich dieser Herausforderung stellen, indem sie Unternehmertum, Bildung und Innovation vorantreibe.
Die Präsidentin kritisierte zugleich anhaltende Abhängigkeiten von ausländischen Märkten und strukturelle Ungleichheiten, die noch immer von der Kolonialzeit und Apartheid geprägt seien. Gleichzeitig appellierte sie an private Unternehmen, staatliche Institutionen und Zivilgesellschaft, gemeinsam ein Umfeld zu schaffen, das lokale Wertschöpfung fördert.
Nandi-Ndaitwahs Appell fällt in eine Zeit intensiver Debatten über Arbeitslosigkeit, besonders unter Jugendlichen, sowie über die gerechte Verteilung natürlicher Ressourcen. Ihr Aufruf wird als strategischer Impuls für eine stärker nationalistisch geprägte Wirtschaftspolitik interpretiert, die mehr Eigenständigkeit anstrebt.
Quellen: AllAfrica – Southern Africa, AllAfrica – Business