Im tunesischen Ben Guerdane haben sich am Samstagabend massive Proteste nach einem tödlichen Schiffsunglück ereignet. Ein Boot, das 15 Migranten beförderte, war vor der südöstlichen Küste des Landes gesunken. Die Nachricht über das Unglück löste spontane Demonstrationen aus, bei denen Anwohner Straßen blockierten und Reifen in Brand setzten.
Die Protestierenden äußerten ihre Wut über die andauernden Gefahren illegaler Migrationsrouten sowie mangelnde staatliche Maßnahmen zum Schutz von Flüchtlingen und zur Kontrolle der Küstenregion. Augenzeugen berichteten von einer angespannten Lage, während Sicherheitskräfte versuchten, die Barrikaden zu räumen und die Ordnung wiederherzustellen. Bislang liegen keine Angaben zu Verletzten oder Festnahmen vor.
Das Schiffsunglück unterstreicht erneut die prekäre Situation an den tunesischen Küsten, die als wichtige Transitroute für Migranten aus Nordafrika nach Europa gelten. Tunesien selbst kämpft seit Jahren mit wirtschaftlicher Unsicherheit und sozialer Unruhe, was die Abreise vieler Menschen in Richtung Europa weiter befeuert. Internationale Organisationen warnen regelmäßig vor den lebensgefährlichen Bedingungen auf diesen Routen.
Quellen: Africanews EN