Der führende sambische Oppositionspolitiker Brian Mundubile ist nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl in Sambia verhaftet worden. Mundubile hatte die Ergebnisse der Abstimmung öffentlich angefochten und Unregelmäßigkeiten bei der Stimmenauszählung kritisiert. Wenige Stunden später wurde er von Sicherheitskräften festgenommen. Wie offizielle Stellen mitteilten, werde ihm Hochverrat vorgeworfen – eine schwerwiegende Anklage, die im sambischen Strafrecht mit langjährigen Haftstrafen geahndet werden kann.
Die Festnahme hat innerhalb des Landes und international für Empörung gesorgt. Menschenrechtsorganisationen warnen vor einer Eskalation der politischen Repression. Beobachter befürchten, dass die Regierung jegliche Kritik an den Wahlergebnissen systematisch unterdrücken könnte. Die Verhaftung erfolgte zu einem Zeitpunkt, da bereits Berichte über gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften aufkamen.
Tödlicher Zwischenfall bei Protesten
Neben der Inhaftierung von Mundubile bestätigte die Polizei den Tod eines weiteren Oppositionsmitglieds. Der Mann sei bei Zusammenstößen mit staatlichen Ordnungskräften erschossen worden. Augenzeugen berichten von Schüssen in dicht besiedelten Stadtteilen Lusakas, wo Anhänger der Opposition friedlich demonstrierten. Die Umstände des Todesfalls sind bislang nicht vollständig geklärt, doch fordern nun mehrere zivilgesellschaftliche Gruppen eine unabhängige Untersuchung.
Internationale Beobachter mahnen zur Deeskalation. Die Afrikanische Union und die SADC (Southern African Development Community) haben bisher keine umfassende Stellungnahme abgegeben, obwohl Experten erwarten, dass regionale Vermittlungsbemühungen bald eingeleitet werden könnten. Die Entwicklung in Sambia wirft Fragen über die Stabilität der demokratischen Institutionen im südlichen Afrika auf.
Quellen: ZEIT Online – Außenpolitik