Der sambische Journalist Macpherson Mukuka, Mitarbeiter des staatlichen Senders Zambia National Broadcasting Corporation (ZNBC), sitzt seit dem 17. Juli in Haft. Wie lokale Medien berichten, wurde er im Kabwata-Polizeirevier in Lusaka festgenommen und unter dem Cyber Crimes Act Nr. 4 von 2025 angeklagt. Die Anklage lautet auf „Verbot der Aufzeichnung eines privaten Gesprächs ohne vorherige Mitteilung“ gemäß Abschnitt 10 des Gesetzes.
Der Fall wirft erneut Fragen zur Meinungsfreiheit und zum Umgang mit Medienvertretern in Sambia auf. Der Cyber Crimes Act, der 2025 verabschiedet wurde, ist seit seinem Inkrafttreten umstritten. Kritiker sehen darin ein Instrument, um investigative Berichterstattung und Whistleblower zu unterdrücken. Insbesondere die vage Formulierung von Paragraf 10 ermöglicht es Behörden, Aufnahmen in öffentlichen oder halböffentlichen Kontexten strafrechtlich zu verfolgen – auch dann, wenn kein klarer Missbrauch vorliegt.
Die Internationale Journalistenföderation (IFJ) äußerte sich besorgt über die Festnahme und forderte die sambischen Behörden auf, Mukukas Freilassung zu erwägen. „Die kriminalisierte Berichterstattung untergräbt die Demokratie“, heißt es in einer Stellungnahme. Der Fall Mukuka sei ein Alarmsignal für die Entwicklung der Pressefreiheit im Land.
Die ZNBC hat bisher nicht öffentlich Stellung bezogen. Es ist unklar, in welchem journalistischen Kontext die Aufnahme entstand. Mukuka bleibt vorerst in Polizeigewahrsam, während die Ermittlungen laufen.
Quellen: AllAfrica – Southern Africa