Senegal verurteilt drei TikTok-Influencer wegen Kritik an Präsident Faye

Ein senegalesisches Gericht hat drei bekannte TikTok-Influencer zu mehrmonatigen Haftstrafen verurteilt, nachdem sie in Online-Beiträgen Präsident Bassirou Diomaye Faye kritisiert hatten. Die jungen Inhalteersteller wurden für schuldig befunden, den Staatschef öffentlich beleidigt zu haben, was nach geltendem Recht strafbar ist. Die Urteile wurden am Donnerstag im Rahmen einer gerichtlichen Untersuchung gesprochen, die sich gegen vermeintlich verleumderische Äußerungen in sozialen Netzwerken richtet.

Die betroffenen Influencer hatten in mehreren viralen Videos satirische und kritische Kommentare über die Amtszeit und Politik von Präsident Faye verbreitet. Diese Beiträge seien „gegen die Würde des Amtes gerichtet“ gewesen, so die Anklage. Die Verteidigung argumentierte hingegen, es handle sich um legitime Meinungsäußerung im Rahmen der Meinungsfreiheit. Internationale Menschenrechtsorganisationen haben die Urteile bereits kritisch kommentiert und warnen vor einer Einschränkung der digitalen Redefreiheit im westafrikanischen Land.

Die Verurteilung erfolgt zu einem Zeitpunkt, da die Regierung Faye verstärkt auf die Rolle sozialer Medien in der politischen Debatte reagiert. Während die Behörden die Gerichtsentscheidung als notwendigen Schutz vor Falschinformationen und Hetze rechtfertigen, sehen Kritiker darin einen Präzedenzfall, der die Grenzen der Online-Meinungsäußerung in Senegal verschärft. Die Reaktionen in der Zivilgesellschaft und unter Journalisten bleiben abwartend, doch die Debatte über Freiheit und Kontrolle im digitalen Raum gewinnt an Dynamik.

Quellen: Africanews EN