Senegalesische Mutter kämpft für verschollene Migranten

Aus persönlicher Tragödie entstand ein Aktivismus von großer gesellschaftlicher Wirkung: Astou Boye, eine senegalesische Mutter aus Dakar, hat nach dem Verschwinden ihrer Kinder während einer gefährlichen Mittelmeerüberfahrt die Initiative ‚Collective of Victims of Irregular Migration in Senegal‘ gegründet. Seit 2020 setzt sich die Organisation für die Angehörigen von verschollenen Migranten ein – eine immer häufiger auftretende Tragödie im Kontext der irregulären Migration nach Europa.

Boye, deren Kinder seit ihrer Abreise vor mehreren Jahren als vermisst gelten, mobilisiert heute hunderte Frauen, die ähnliches Schicksal teilen. Die Gruppe bietet psychosoziale Unterstützung, rechtliche Beratung und hilft bei der Suche nach verschollenen Familienmitgliedern. In enger Zusammenarbeit mit Organisationen wie dem Roten Kreuz werden Daten gesammelt, Anfragen an europäische Behörden gestellt und internationale Netzwerke genutzt, um Spuren zu finden.

Die Arbeit des Kollektivs wirft gleichzeitig ein Schlaglicht auf die Risiken, die mit irregulärer Migration verbunden sind. Tausende junge Senegalesen versuchen jährlich, in überfüllten Booten die Küste Europas zu erreichen – oft unter Lebensgefahr. Laut Angaben des Internationalen Migrationsrates (IOM) gehören Senegalesen zu den am häufigsten betroffenen Nationalitäten bei Schiffsunglücken im zentralen Mittelmeer.

Boye fordert zudem von der Regierung mehr Präventionsarbeit und legale Migrationswege. ‚Wir wollen nicht, dass weitere Familien unser Leid durchmachen müssen‘, sagt sie. Ihre Stimme ist inzwischen zu einem Symbol für Trauer, Widerstand und kollektive Solidarität geworden – und erinnert an die menschlichen Kosten einer globalen Krise.

Quellen: Africanews EN