Senegals Präsident Faye unterstützt Ex-Präsident Sall bei UNO-Generalsekretär-Bewerbung

Senegals Präsident Bassirou Diomaye Faye hat die Kandidatur seines Vorgängers Macky Sall für das Amt des Generalsekretärs der Vereinten Nationen offiziell unterstützt. Die Ankündigung, die vom Außenministerium am Montag bekannt gegeben wurde, gilt als bedeutender politischer Kurswechsel, angesichts der zuvor angespannten Beziehungen zwischen den beiden Führungsfiguren.

Faye, der im April 2024 als Reformpolitiker mit einem Anti-Korruptions-Programm und dem Versprechen eines Neuanfangs ins Amt kam, stand Sall lange kritisch gegenüber. Der ehemalige Präsident Sall war zuletzt wegen vermeintlicher Versuche, seine Amtszeit über 2024 hinaus zu verlängern, in die Kritik geraten. Dennoch genießt Sall international weiterhin Ansehen, insbesondere in afrikanischen Diplomatiekreisen und bei der UNO.

Die Unterstützung durch die eigene Heimat ist für Salls Kandidatur von strategischer Bedeutung. Ohne die offizielle Rückendeckung des amtierenden Präsidenten wäre seine Bewerbung schwer durchsetzbar gewesen. Die Geste deutet auf eine mögliche Neujustierung der innerpolitischen Kräfteverhältnisse in Senegal hin und könnte auf ein Einlenken Fayes im Sinne nationaler Geschlossenheit hindeuten.

Bei Macky Salls Kandidatur handelt es sich um eine von mehreren Bewerbungen aus dem afrikanischen Kontinent. Die Entscheidung über die Nachfolge des derzeitigen UNO-Generalsekretärs wird voraussichtlich im Herbst 2026 fallen. Salls Chancen gelten als nicht unerheblich, insbesondere wenn er die Unterstützung weiterer westafrikanischer Staaten gewinnen kann.

Quellen: Africanews EN, AllAfrica – Latest, AllAfrica – West Africa, France 24 – Africa