Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten haben erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft Ghanas. Durch den Anstieg der Ölpreise und steigende Transportkosten infolge der geopolitischen Instabilität müssen die ghanaischen Importeure deutlich höhere Preise für Erdöl bezahlen. Dies führt zu einer erheblichen Belastung der Devisenreserven und verschärft den Druck auf die nationale Währung, den Cedi.
Standard Bank hat seine Prognose für die Leistungsbilanz Ghanas 2026 erheblich nach unten korrigiert und den erwarteten Überschuss um etwa eine Milliarde US-Dollar reduziert. Hauptursache sei der rapide Anstieg der Kosten für Erdölimporte, der durch die Krise im Nahen Osten verursacht wurde. Gleichzeitig verteuern gestiegene Frachtraten den internationalen Warenverkehr und belasten die gesamte Importwirtschaft.
Die Entwicklung unterstreicht die anhaltende Anfälligkeit Ghanas gegenüber externen Schocks. Obwohl das Land über eigene Erdölvorkommen verfügt, deckt es einen erheblichen Teil seines Bedarfs über Importe. Experten warnen, dass ohne stabile Energiepreise und eine diversifizierte Wirtschaft auch die Umsetzung von Regierungsinitiativen wie der 24-Stunden-Wirtschaft gefährdet sein könnte. Der Chef der Volta River Authority (VRA), Edward E. Obeng-Kenzo, betonte kürzlich, dass eine zuverlässige und bezahlbare Stromversorgung die Grundlage für jedes wirtschaftliche Wachstum sei.
Quellen: AllAfrica – Ghana, AllAfrica – Latest, AllAfrica – West Africa, AllAfrica – Business