Die sudanesische Armee hat nach eigenen Angaben die volle Kontrolle über die Al-Sadarat-Straße wiedererlangt, eine strategisch wichtige Landverbindung zwischen der Hauptstadt Khartoum und der Stadt El Obeid in der Region Nord-Kordofan. Die Rückeroberung stellt einen militärischen Erfolg für die Streitkräfte dar, die seit Monaten gegen die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) kämpfen.
Die Straße gilt als entscheidende Versorgungs- und Truppenbewegungsroute. Ihre Kontrolle ermöglicht es der Armee, den Vormarsch der RSF in Richtung El Obeid zu blockieren, einer Stadt, die bislang unter staatlicher Kontrolle geblieben ist, aber zunehmend unter Druck gerät. Militärexperten betonen, dass die Al-Sadarat-Straße nicht nur logistisch, sondern auch symbolisch von Bedeutung ist, da sie eine der letzten intakten Hauptverkehrsachsen im zentralen Sudan darstellt.
Die RSF hatte in den vergangenen Wochen erhebliche Gebietsgewinne im Westen und Zentrum des Landes verzeichnet, wodurch die Armee strategisch unter Druck geriet. Die Wiedergewinnung der Straße könnte daher einen Wendepunkt im regionalen Kräfteverhältnis markieren, auch wenn unklar bleibt, ob die Armee die Kontrolle langfristig halten kann.
Die Kämpfe zwischen der sudanesischen Armee und den RSF dauern seit April 2023 an und haben bereits Zehntausende Todesopfer gefordert sowie Millionen zur Flucht gezwungen. Die humanitäre Lage im Land bleibt katastrophal, mit massiven Versorgungsengpässen und einer der schwersten Hungerkrisen weltweit.
Quellen: Al Jazeera English