Südafrika sucht enge Partnerschaft mit China über Rohstoffexporte hinaus

Bei der Vierten Internationalen Supply-Chain-Expo in Peking hat Südafrikas Vizepräsident Paul Mashatile am 22. Juni 2026 eine Neuausrichtung der wirtschaftlichen Beziehungen zu China signalisiert. In seiner Ansprache betonte er, dass das Land nicht länger nur als Rohstoffquelle für die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt fungieren wolle, sondern als strategischer Partner in der industriellen Wertschöpfung.

Mashatile unterstrich, dass Südafrika darauf dränge, gemeinsam mit chinesischen Investoren lokale Produktionsstätten aufzubauen – besonders im Bereich von verarbeitenden Industrien, Technologie und erneuerbaren Energien. „Wir wollen aus der Rolle des Minenarbeiter für China herauswachsen und zu einem gleichberechtigten Akteur in globalen Lieferketten werden“, so der Vizepräsident. Er verwies dabei auf bestehende Infrastrukturprojekte und Sonderwirtschaftszonen, die bereits Kooperationen mit chinesischen Unternehmen beherbergen.

Die Äußerungen fallen in eine Phase geopolitischer Verunsicherung, in der südafrikanische Führungskräfte bemüht sind, wirtschaftliche Abhängigkeiten auszugleichen und neue Exportchancen zu nutzen. Gleichzeitig bleibt kritisch zu beobachten, inwiefern chinesische Investitionen tatsächlich lokale Kapazitäten stärken oder bestehende Ungleichheiten verschärfen. Dennoch markiert die Rede in Peking einen klareren Kurs in der Außenwirtschaftspolitik – mit dem Ziel, Südafrikas Rolle im globalen Handel substantiell zu erweitern.

Quellen: AllAfrica – Southern Africa, AllAfrica – South Africa