Die South African Social Security Agency (Sassa) führt derzeit eine umfassende Überprüfung von Sozialhilfeempfängern durch, um betrügerische Ansprüche auszusortieren. Doch während das Vorhaben auf den ersten Blick als notwendige Maßnahme zur Schonung öffentlicher Mittel erscheint, hat es für zahlreiche besonders schutzbedürftige Bürger verheerende Folgen. Viele Menschen mit legitimen Ansprüchen auf Alters-, Behinderten- oder Kinderzuschüsse bleiben nach Berichten des Investigativportals Daily Maverick seit Monaten ohne Zahlungen – obwohl ihre Anträge rechtmäßig sind.
Die systematischen Überprüfungen, die als Teil einer landesweiten Anti-Betrugsinitiative eingeführt wurden, haben nach Angaben von Hilfsorganisationen zu massiven Verzögerungen in der Bearbeitung geführt. Viele Betroffene berichten von unklaren Kommunikationswegen, fehlenden Rückmeldungen und undurchsichtigen Anforderungen. Besonders ältere Menschen und jene ohne Zugang zu digitalen Diensten oder festen Wohnsitzen sind von dem Chaos betroffen. Einige mussten bereits Lebensmittelrationen beantragen oder auf medizinische Versorgung verzichten.
Kritiker werfen Sassa vor, die Balance zwischen Betrugsbekämpfung und sozialem Schutz verloren zu haben. „Es ist tragisch, wenn Menschen, die auf diese Unterstützung angewiesen sind, durch bürokratische Hürden ausgegrenzt werden“, sagte ein Mitarbeiter einer lokalen Wohltätigkeitsorganisation gegenüber amypress.online. Die Regierung betont zwar die Notwendigkeit der Maßnahme, räumt aber ein, dass Verbesserungen im Verwaltungsprozess dringend erforderlich seien.
Quellen: AllAfrica – Southern Africa, AllAfrica – South Africa