In der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba haben am Freitag Tausende Menschen gegen die mutmaßliche Zwangsrekrutierung von Zivilisten im Norden des Landes demonstriert. Die Protestierenden richteten sich vor allem gegen die Tigray People’s Liberation Front (TPLF), die politische Führungskraft der seit dem Ende des mehrjährigen Konflikts wieder autonomen Region Tigray.
Laut Organisationen und Augenzeugenberichten rekrutieren TPLF-nahe Kräfte in mehreren Gemeinden des Tigray-Region neue Kämpfer unter Zwang. Diese Praxis habe in den vergangenen Monaten zugenommen, während die Spannungen zwischen der regionalen Führung und der zentralen Regierung in Addis Abeba weiter anhalten. Die Demonstranten forderten ein Ende der Mobilisierung und eine unabhängige Untersuchung der Vorwürfe.
Die Proteste fanden friedlich statt, wurden jedoch von einer massiven Polizeipräsenz begleitet. Die TPLF hat die Vorwürfe bislang nicht öffentlich kommentiert. Die äthiopische Zentralregierung hingegen verurteilte die Maßnahmen indirekt und betonte die Notwendigkeit, die Rechte der Zivilbevölkerung zu schützen. Beobachter warnen vor einer weiteren Eskalation in der ohnehin instabilen Region, in der erst vor kurzem ein Waffenstillstand die Jahre andauernde Gewalt beendete.
Quellen: Africanews EN