Tausende vor Obdachlosigkeit: Elfenbeinküste beginnt mit Zwangsräumungen

In der Elfenbeinküste hat die Regierung umfangreiche Abrissaktionen in informellen Siedlungen eingeleitet, von denen Zehntausende Menschen betroffen sind. Die Behörden begründen die Maßnahmen mit städtebaulichen Modernisierungsplänen und Sicherheitsbedenken, insbesondere in dicht besiedelten Vierteln der Wirtschaftsmetropole Abidjan. Bewohner*innen berichten jedoch von kurzen Kündigungsfristen und fehlenden Alternativen zur Umsiedlung.

Internationale Beobachter warnen vor einer drohenden humanitären Krise. Nichtregierungsorganisationen kritisieren, dass viele der Betroffenen in Armut leben und kaum Zugang zu Rechtsmitteln haben. Die Räumungen finden vor dem Hintergrund eines raschen städtischen Wachstums statt, das die Infrastruktur der Stadt stark belastet. Expert*innen fordern, dass die Regierung soziale Härten abfedern und alternative Wohnlösungen bereitstellen müsse.

Die Proteste gegen die Abrissmaßnahmen blieben bisher überschaubar, was auf Angst vor Repressionen hindeuten könnte. Die Regierung betont, dass die Baumaßnahmen Teil einer langfristigen Stadtentwicklungsstrategie seien, um Abidjan zu einer modernen afrikanischen Metropole zu entwickeln. Dennoch bleibt die Frage, wie diese Entwicklung sozial verträglich gestaltet werden kann.

Quellen: Al Jazeera English