Inmitten angespannter Sicherheitslage haben tigrische Frauen in Addis Abeba das jährliche Ashenda-Fest gefeiert, ein kulturelles Ereignis, das traditionell die Stärke, Schönheit und Solidarität von Frauen in der Region würdigt. Die Feierlichkeiten, bei denen die Teilnehmerinnen in farbenfrohen Gewändern tanzen und Lieder aufführen, fanden in einem Gemeindezentrum der äthiopischen Hauptstadt statt und standen in diesem Jahr unter dem besonderen Zeichen der Hoffnung auf dauerhaften Frieden.
Viele der Feiernden stammen aus dem Tigray-Region und kehrten erst nach Jahren der Vertreibung oder Flucht in die Hauptstadt zurück. Nach dem verheerenden Bürgerkrieg von 2020 bis 2022, der Hunderttausende Todesopfer forderte und die Region weitgehend zerstörte, hatten viele auf eine nachhaltige Versöhnung gesetzt. Doch jüngste Berichte über Drohnenangriffe auf die Regionalhauptstadt Mekelle haben die Ängste vor einer erneuten Eskalation geschürt.
„Wir tanzen, um unsere Kultur zu bewahren, aber unsere Herzen sind schwer“, sagte eine der Organisatorinnen, die aus Sicherheitsgründen anonym bleiben möchte. „Ashenda ist ein Fest des Lebens, aber wir leben mit der ständigen Angst, dass der Krieg zurückkehrt.“
Internationale Beobachter warnen vor einer Destabilisierung der Region, falls die Spannungen zwischen der Bundesregierung und ehemaligen TPLF-Kräften weiter ansteigen. Die Regierung in Addis Abeba hat die Berichte über Angriffe bisher nicht offiziell kommentiert. Dennoch bleibt die Lage im Norden Äthiopiens fragil, und viele fordern eine unabhängige Untersuchung der jüngsten Vorfälle.
Die Ashenda-Feierlichkeiten finden traditionell im August statt und dauern mehrere Tage. In diesem Jahr symbolisieren sie nicht nur kulturelle Resilienz, sondern auch den tiefen Wunsch nach Frieden in einer von Konflikten geprägten Region.
Quellen: Africanews EN