Tigray-Behörden werfen äthiopischer Zentralregierung militärische Offensive vor

Die Führung des äthiopischen Tigray-Region beschuldigt die zentrale Regierung in Addis Abeba, am Samstag eine großangelegte militärische Offensive gegen die Region gestartet zu haben. Diese Anschuldigungen haben neue Besorgnis über eine mögliche Eskalation und einen Rückfall in umfassende Kampfhandlungen ausgelöst, wie sie während des mehrjährigen Bürgerkriegs zwischen 2020 und 2022 die Region verwüsteten.

Die Behörden in Tigray sprachen von einem „offenen Krieg“ und berichteten von Bewegungen schwerer Waffensysteme sowie Luftaktivitäten entlang der Grenze zur benachbarten Amhara-Region. Unabhängige Bestätigungen aus der betroffenen Region sind aufgrund restriktiver Zugangsbedingungen und Kommunikationsblockaden weiterhin schwierig. Dennoch deuten die jüngsten Äußerungen auf eine dramatische Verschärfung der Spannungen zwischen der Regionalregierung und der Bundesregierung hin.

Der Konflikt zwischen Tigray und der äthiopischen Zentralregierung hat eine lange und komplexe Geschichte. Der letzte große Krieg begann 2020, als Premierminister Abiy Ahmed militärische Operationen gegen die Tigray People’s Liberation Front (TPLF) einleitete. Nach der Unterzeichnung eines Waffenstillstands im November 2022 hoffte man auf eine friedliche Normalisierung. Doch seither blieben politische Differenzen und Sicherheitsfragen ungelöst.

Die aktuelle Anspannung könnte nicht nur die fragile Stabilität in Nordäthiopien gefährden, sondern auch humanitäre Konsequenzen haben. Tigray litt bereits unter schweren Versorgungskrisen, und eine Wiederaufnahme der Kämpfe könnte erneut zu Fluchtbewegungen und einer Verschlechterung der Lage für Zivilbevölkerung führen. Internationale Beobachter und humanitäre Organisationen verfolgen die Entwicklung aufmerksam.

Quellen: Africanews EN