Tschad im Fadenkreuz: UN-Bericht beschuldigt Land der Waffenlieferungen an sudanesische RSF-Miliz

Der Tschad wird erneut als Transitland für Waffenlieferungen an die sudanesische Rapid Support Forces (RSF) genannt. Laut Angaben des sudanesischen UN-Botschafters Al-Harith Idris vor dem UN-Sicherheitsrat am Montag hat ein UN-Panel von Experten dokumentiert, dass neben östlichem Libyen und Äthiopien auch der Tschad als Nachschubroute für die RSF dient. Die Miliz, angeführt von General Mohammed Hamdan Dagalo („Hemedti“), erhält demnach über mehrere Nachbarländer kritische militärische Unterstützung, die den anhaltenden Konflikt im Sudan weiter anheizt.

Der sudanesische Diplomat betonte, dass insbesondere die Modernisierung des Flughafens Kufra in Libyen sowie ein deutlicher Anstieg an Frachtflügen Hinweise auf organisierte Logistiknetzwerke seien. Obwohl konkrete Beweise für direkte staatliche Beteiligung tschadischer Behörden fehlen, wird befürchtet, dass ungesicherte Grenzregionen und informelle Handelsrouten missbraucht werden könnten. Die sudanesische Regierung unter General Abdel Fattah al-Burhan hat inzwischen verstärkt militärische Operationen gestartet, um diese Versorgungslinien zu unterbinden.

Die Anschuldigungen werfen erneut Fragen zur regionalen Stabilität im Zentralafrikanischen Raum auf. Der Tschad, selbst geprägt von politischer Fragilität und wiederholten Sicherheitskrisen, befindet sich in einer prekären Lage: Einerseits bemüht sich das Land um eine Rolle als regionaler Stabilitätsakteur, andererseits könnten schwach kontrollierte Grenzgebiete zu Einfallstoren für Schmuggel und militärische Aktivitäten werden. Die internationale Gemeinschaft ist aufgefordert, die Grenzüberwachung und regionale Kooperation zu stärken, um eine weitere Eskalation des Konflikts zu verhindern.

Quellen: AllAfrica – East Africa, AllAfrica – Central Africa