Tunesische Aktivistin Sihem Bensedrine zu 25 Jahren Haft verurteilt

Ein Gericht in Tunesien hat die Menschenrechtsaktivistin Sihem Bensedrine zu 25 Jahren Haft verurteilt, was landesweit für Aufsehen sorgt. Bensedrine, die sich für die Aufarbeitung der Vergehen des ehemaligen Diktators Zine El Abidine Ben Ali und seines Vorgängers Habib Bourguiba einsetzt, bezeichnet ihr Urteil als ein weiteres Zeichen für die zunehmende Repression unter dem aktuellen Regime.

Die Aktivistin wurde von der Instanz für Wahrheitsfindung, die nach der Revolution von 2011 eingerichtet wurde, verurteilt. Ihr Fall steht exemplarisch für die Herausforderungen, mit denen Menschenrechtsverteidiger in Tunesien konfrontiert sind. Kritiker des Regimes mahnen an, dass die Justiz zunehmend zur Instrumentalisierung gegen politische Gegner genutzt wird.

Das Urteil hat international Besorgnis ausgelöst, und Menschenrechtsorganisationen fordern die tunesische Regierung auf, ihre Haltung zu reformieren und die Rechte der Bürger zu respektieren. Die EU wird aufgefordert, ihre Zusammenarbeit mit Tunesien zu überdenken, insbesondere im Hinblick auf Menschenrechtsfragen.

Quellen: ZEIT Online, Africanews