Die Vereinten Nationen haben vor einer Eskalation der Gewalt im Südsudan gewarnt, falls die geplanten Wahlen unter fehlenden Sicherheits- und Schutzbedingungen durchgeführt werden. Eine unabhängige UN-Kommission betonte in einem am 20. August 2026 veröffentlichten Bericht, dass die notwendigen politischen, sicherheits- und menschenrechtlichen Rahmenbedingungen für eine friedliche und glaubwürdige Abstimmung derzeit weitgehend fehlten.
Die Kommission, die aus Experten für Menschenrechte und Konfliktprävention besteht, unterstrich, dass die anhaltende politische Instabilität, die Zersplitterung der Sicherheitskräfte und die systematische Unterdrückung oppositioneller Stimmen ein hohes Risiko für erneute Massenverbrechen darstellten. Insbesondere fehle es an einem unabhängigen Wahlrat, einem sicheren Umfeld für Kandidierende und Journalisten sowie an einem funktionierenden Rechtsstaat, der Wahlunregelmäßigkeiten ahnden könnte.
Die südsudanesische Regierung hatte zuletzt angekündigt, bis 2027 Wahlen abhalten zu wollen, um den Übergangsprozess abzuschließen. Doch die UN befürchtet, dass eine vorschnelle Abstimmung unter mangelnden Vorbereitungen bestehende Konflikte weiter verschärfen könnte. Der Bericht ruft internationale Akteure dazu auf, Druck auf die Führung in Juba auszuüben, um grundlegende Reformen und einen inklusiven politischen Dialog sicherzustellen, bevor ein Wahltermin festgelegt wird.
Quellen: AllAfrica – Latest, AllAfrica – East Africa