Ein westfälischer Erdbeerbauer aus Telgte im Münsterland setzt auf Expansion nach Marokko – trotz eklatanter klimatischer Unterschiede zwischen der regenreichen Heimat und dem trockenen Agadir an der marokkanischen Atlantikküste. Markus Staden, Inhaber eines mittelständischen Erdbeerbetriebs, hat in der Nähe von Agadir eine neue Anbaufläche erschlossen, um ganzjährig frische Beeren liefern zu können.
„In Telgte haben wir viel Regen, aber eine begrenzte Saison. In Marokko können wir die Wintermonate nutzen, wenn hierzulande kaum Beeren wachsen“, erklärt Staden. Die klimatischen Bedingungen im Süden Marokkos ermöglichen einen Anbau von November bis April – eine ideale Ergänzung zur heimischen Saison. Moderne Bewässerungssysteme und Gewächshäuser machen den Betrieb unabhängiger von den niedrigen Niederschlägen.
Die Entscheidung, nach Marokko zu investieren, ist auch ökonomisch motiviert. Günstigere Produktionskosten, eine gut ausgebildete landwirtschaftliche Belegschaft und die Nähe zum europäischen Markt machen das nordafrikanische Land zu einem attraktiven Standort für den Obstbau. Zudem profitieren Exporteure von Freihandelsabkommen zwischen der EU und Marokko.
Staden betont, dass die Qualität der marokkanischen Ernte mittlerweile europäischen Standards entspreche. „Wir setzen auf nachhaltige Anbaumethoden und kurze Transportwege, um Frische und Umweltverträglichkeit zu gewährleisten“, sagt er. Die ersten Lieferungen aus Marokko sollen bereits in diesem Winter in deutschen Supermärkten landen.
Quellen: FAZ Online