Im äußersten Süden Thüringens, nahe der bayerischen Grenze, liegt die kleine Stadt Heldburg – Heimat des Deutschen Burgenmuseums. Vor zehn Jahren wurde die Einrichtung als nationales Kompetenzzentrum für Burgenforschung und mittelalterliche Architektur eröffnet. Doch bis heute bleibt der große Besucherzulauf aus. Zum Jubiläum zeigt sich die neue Museumsleitung trotzdem optimistisch und setzt auf eine stärkere Vernetzung mit regionalen Akteuren und digitale Angebote.
Das Museum residiert in der historischen Burg Heldburg, einer der bedeutendsten Burgruinen Südthüringens. Mit einer umfangreichen Sammlung zu Burgenbau, Militärtechnik und Adelskultur wollte man ein Alleinstellungsmerkmal schaffen. Doch die abgelegene Lage, knappe finanzielle Mittel und mangelnde touristische Infrastruktur erschweren das Wachstum. Im Vergleich zu anderen kulturellen Institutionen im Freistaat bleibt das Museum weitgehend unbekannt – auch innerhalb Thüringens.
Die neue Leitung unter Museumsdirektorin Dr. Lena Hartmann arbeitet an einer Neupositionierung. Dazu gehören interaktive Führungen, Kooperationen mit Schulen und eine verstärkte Präsenz in sozialen Medien. „Wir wollen nicht nur ein Museum für Fachpublikum sein, sondern einen Zugang für Familien, Touristen und die lokale Bevölkerung schaffen“, so Hartmann. Zudem ist eine Erweiterung der Dauerausstellung zum Thema Burgenalltag in der Renaissance geplant.
Dennoch bleibt die Herausforderung groß: Wie bringt man Menschen in eine Region, die außerhalb der Ferienstraßen und touristischen Hauptachsen liegt? Die Kreisverwaltung Hildburghausen unterstützt Initiativen zur besseren Anbindung an Rad- und Wanderwege, doch ein schneller Erfolg ist nicht in Sicht. Das Jubiläum wird daher nicht mit großem Fest, sondern mit einer kleinen Gedenkveranstaltung und einer Sonderausstellung zur Museumsentstehung begangen.
Quellen: MDR – Nachrichten