Erneut hat ein Abschiebeflug im Bundesland Sachsen-Anhalt für öffentliche Proteste gesorgt. Wie der MDR und Welt Online berichten, startete in der Nacht ein Flug vom Flughafen Leipzig/Halle in Richtung Kabul, Afghanistan. Ein breites Bündnis aus Menschenrechtsorganisationen und zivilgesellschaftlichen Gruppen hatte sich im Flughafengebäude versammelt, um gegen die Rückführung abzuschiebungsbedrohter Personen zu demonstrieren.
Die Protestierenden kritisierten die Bundesregierung scharf dafür, dass sie weiterhin Abschiebungen in ein Land durchführt, das unter der Herrschaft der Taliban steht. Eine Sprecherin des Bündnisses sagte dem MDR: „Die Zusammenarbeit mit den Taliban ist nicht nur moralisch verwerflich, sie legitimiert ein Regime, das systematisch Menschenrechte missachtet.“ Die Demonstrierenden forderten einen umgehenden Stopp aller Abschiebungen nach Afghanistan.
Der Flughafen Leipzig/Halle gilt als einer der zentralen Drehpunkte für staatliche Rückführungsflüge in Deutschland. Die wiederkehrenden Aktionen führen regelmäßig zu Spannungen zwischen Sicherheitskräften und Aktivist*innen. In den vergangenen Monaten haben die Proteste an Intensität gewonnen, insbesondere nach Berichten über die Lage von Rückgeführten in Afghanistan.
Die Bundesregierung argumentiert, dass nur Personen abgeschoben würden, die keine schutzwürdigen Gründe mehr für ihren Aufenthalt in Deutschland hätten. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass sich die Situation in Afghanistan weiter verschärft hat – auch für bestimmte Bevölkerungsgruppen wie ehemalige Ortskräfte, Frauen und Minderheiten. Die Debatte bleibt hoch emotional und politisch aufgeladen.
Quellen: MDR – Nachrichten, Welt Online