Abschiebung schwangerer Venezolanerin aus dem Vogtland sorgt für Empörung

Im sächsischen Vogtland hat die nächtliche Abschiebung eines jungen venezolanischen Ehepaares starke Kritik ausgelöst. Die Frau befindet sich nach Angaben des Sächsischen Flüchtlingsrats im siebten Monat der Schwangerschaft. Dennoch seien am frühen Morgen Polizeikräfte bei der Familie vorgefahren und hätten die beiden in Gewahrsam genommen.

Die Behörden hatten den beiden nach einer abgelehnten Asylentscheidung eine Frist zur freiwilligen Ausreise gesetzt, die nach deren Angaben jedoch aus medizinischen Gründen nicht eingehalten werden konnte. Trotz der medizinischen Lage und der fortgeschrittenen Schwangerschaft ordnete die zuständige Ausländerbehörde die Abschiebung an.

Der Sächsische Flüchtlingsrat spricht von einem menschenverachtenden Vorgehen und fordert eine Überprüfung der Entscheidung. „Eine Schwangere in fortgeschrittenem Stadium abzuschieben, ist inakzeptabel und verstößt gegen grundlegende humanitäre Prinzipien“, sagte ein Sprecher der Organisation. Die Familie habe sich in den Monaten zuvor bemüht, ihre Bleibeperspektive mit medizinischen Attesten und Anträgen zu untermauern.

Die Abschiebung erfolgte nach einem Gerichtsurteil, das die vorläufige Ausreiseaufforderung bestätigte. Die betroffene Frau wurde vor ihrer Abschiebung noch ärztlich untersucht, wie das Innenministerium mitteilte. Dennoch bleibt die Debatte über die Balance zwischen Rechtsstaatlichkeit und humanitärem Handeln in solchen Fällen im Freistaat virulent.

Quellen: MDR – Nachrichten