AfD dominiert Wahlkampf in Sachsen-Anhalt – Merz wirkt als Wahlhelfer

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 rückt in den Fokus der bundespolitischen Debatte. Laut aktuellen Analysen liegt die AfD in den Umfragen klar vorne – nicht zuletzt, weil sie offenbar über klassische Milieugrenzen hinweg Wählerstimmen sammelt. Früher als Partei bestimmter sozialer Schichten wahrgenommen, erreicht die AfD nun offenbar auch andere Bevölkerungsgruppen. Dies berichtet die ZEIT Online unter Berufung auf Meinungsforschungsinstitute.

Kanzler Friedrich Merz ist persönlich in den sachsen-anhaltischen Wahlkampf eingestiegen, was jedoch kritisch beäugt wird. Der Münchner Politikwissenschaftler Werner Patzelt warnt: „Alles, was politisch möglich ist, um die AfD zu skandalisieren, ist längst ausprobiert worden.“ Er sieht wenig Chancen, dass CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze durch Merz’ Auftritte noch nennenswerte Wählerstimmen gewinnen kann. Hasnain Kazim von WELT meint sogar, dass Merz Gefahr laufe, „wie ein Wahlkampfhelfer für die AfD“ zu wirken – gerade dann, wenn die Bundespolitik selbst Teil der Unzufriedenheit der Bürger sei.

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund nutzt die Situation offensiv. Er widerspricht Warnungen vor wirtschaftlichen Nachteilen einer AfD-Regierung und prophezeit stattdessen eine „wirtschaftspolitische Blütezeit“. Die Schuld für die aktuelle Lage mache er Merz und der Bundesregierung direkt. Die Debatte zeigt: Sachsen-Anhalt ist zum Barometer für die Stimmungslage in Ostdeutschland geworden.

Quellen: ZEIT Online – Deutschland, Welt Online