Angriff in Finsterwalde: Verdächtiger nach Jugendamts-Attacke vor Haftrichter

In Finsterwalde im Südosten Brandenburgs hat ein gewalttätiger Vorfall im örtlichen Jugendamt am Mittwoch für tiefe Betroffenheit und eine breite Debatte über den Schutz von Behördenmitarbeiter:innen gesorgt. Ein Mann attackierte eine Mitarbeiterin der Einrichtung und bedrohte sie mit tätlicher Gewalt. Laut Polizeiangaben eskalierte der Streit, nachdem der Mann offenbar nicht mit der Bearbeitung seines Anliegens zufrieden war. In der Folge legte er Feuer in einem Büro und griff die Angestellte direkt an.

Die Hintergründe der Tat sind noch nicht vollständig geklärt, doch die Staatsanwaltschaft Potsdam stellte am Donnerstagmorgen Haftantrag wegen des Verdachts der versuchten Tötung. Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen und einem Haftrichter vorgeführt. Die verletzte Mitarbeiterin erlitt Schockverletzungen, musste jedoch nicht stationär behandelt werden. Dennoch hat der Vorfall bei Kolleg:innen und Gewerkschaftern massive Sorge ausgelöst.

„Die Zunahme von Aggression gegenüber öffentlichen Dienstkräften ist alarmierend“, erklärte ein Sprecher der Gewerkschaft Ver.di. Politiker aus Brandenburg fordern nun verstärkte Sicherheitsmaßnahmen in Behörden, insbesondere in kleineren Städten wie Finsterwalde. Die Landesregierung kündigte an, den Schutz von Amtsträger:innen in den Fokus zu nehmen. Bislang gebe es keine flächendeckende Videoüberwachung oder Schutzpersonal in solchen Einrichtungen – eine Diskussion, die nun an Fahrt gewinnt.

Quellen: Der Tagesspiegel