Angriffe auf Zugpersonal in Hessen: Bundespolizei registriert starken Anstieg von Gewaltfällen

Die Zahl der Gewalttaten gegen Zugpersonal in Hessen steigt weiter besorgniserregend an. Laut Angaben der Bundespolizeidirektion Wiesbaden wurden bis Ende Juni 2026 insgesamt 143 Anzeigen wegen Angriffen auf Zugbegleiter, Kontrolleure und Polizeibeamte im Schienenverkehr registriert. Die Delikte reichen von Beleidigungen über Bedrohungen bis hin zu schweren Körperverletzungen und Raubdelikten.

Insbesondere auf Strecken im Rhein-Main-Gebiet sowie auf Regional- und Fernverkehrszügen zwischen Frankfurt, Kassel und Fulda beobachten die Behörden eine zunehmende Aggressivität unter Fahrgästen. Experten führen dies auf Frustration durch Verspätungen, Alkoholkonsum und mangelnde Präsenz von Sicherheitskräften zurück. „Das Klima an Bord bleibt rau“, zitiert die Frankfurter Allgemeine Zeitung interne Lageberichte der Bundespolizei.

Die Deutsche Bahn und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) fordern verstärkte Videoüberwachung, mehr Einsatzkräfte im Nahverkehr und konsequentere strafrechtliche Verfolgung. Gleichzeitig startet ein Pilotprojekt mit mobilen Sicherheitsteams auf ausgewählten Linien im Großraum Frankfurt. Die Landesregierung kündigte an, das Thema bei der nächsten Innenministerkonferenz der Länder zur Sprache zu bringen.

Quellen: FAZ Online