Die diesjährige Apfelernte in Brandenburg verspricht insgesamt eine überdurchschnittliche Menge. Laut aktueller Einschätzungen aus landwirtschaftlichen Kreisen zeigen viele Anbaugebiete gute Fruchtfüllung und gesunde Bäume. Insbesondere in den Regionen um Potsdam-Mittelmark und die Uckermark melden Betriebe hohe Erwartungen an Qualität und Ertrag.
Doch die Freude ist nicht flächendeckend. Mehrere Obstbauern berichten von erheblichen Schäden durch späten Frost im April sowie extremer Trockenheit und Hitzewellen im Juli. Besonders betroffen sind kleinere Betriebe ohne Bewässerungsanlagen, die auf natürliche Niederschläge angewiesen sind. Bei einigen Sorten wie Elstar oder Jonagold zeigten sich bereits Rissbildungen an den Früchten, was die Marktfähigkeit beeinträchtigen kann.
„Wir haben zwar viel Obst am Baum, aber die Qualität variiert stark“, sagt ein erfahrener Obstanbauer aus der Prignitz. „Einige Flächen sind fast komplett ausgefallen.“ Die Landesregierung prüft, ob Unterstützungsmöglichkeiten für betroffene Betriebe in Betracht gezogen werden können, etwa im Rahmen von Ausgleichszahlungen oder Förderprogrammen zur Klimaanpassung. Dennoch bleibt die Gesamtbilanz positiv: Die meisten Großbetriebe konnten mit technischen Maßnahmen Schlimmeres verhindern.
Die Apfelsaison in Brandenburg startet traditionell im August und dauert bis Oktober. Neben dem Verkauf als Tafelobst spielt auch die Verarbeitung zu Saft, Most und Spezialitäten eine wichtige Rolle für die regionale Wertschöpfung.
Quellen: Der Tagesspiegel