In der Neuköllner High-Deck-Siedlung hat die Berliner Wohnungsbaugesellschaft Howoge aufgrund von Asbestbelastungen umfangreiche Räumungsmaßnahmen eingeleitet. Betroffene Mieter mussten innerhalb weniger Stunden ihre Wohnungen verlassen, oft ohne ausreichende Zeit, persönliche Gegenstände zu retten. Die plötzliche Aktion löste bei den Anwohnern Fassungslosigkeit und Wut aus.
Wie Bewohner berichten, erhielten sie nur kurzfristige Kündigungen, begleitet von wenig empathischer Kommunikation. Eine Kiezinitiative kritisiert erhebliche Planungsmängel und fordert mehr Transparenz sowie bessere Unterstützung für die betroffenen Haushalte. Die Entdeckung von Asbest in Bauteilen der 1960er-Jahre stammt aus laufenden Untersuchungen im Rahmen einer geplanten Sanierung.
Die Howoge betont, die Gesundheit der Mieter habe oberste Priorität, und verspricht, alle notwendigen Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten. Dennoch fragen sich viele, warum die Gefahr erst jetzt bekannt wurde und warum keine früheren Warnungen erfolgten. Die betroffenen Familien wurden vorübergehend in Hotels und Übergangswohnungen untergebracht, doch die Zukunft der Wohnanlage bleibt ungewiss. Die Debatte über den Umgang mit Altbausubstanz und Mieterschutz in Berlin nimmt damit eine neue, brisante Wendung.
Quellen: Der Tagesspiegel