Attacke in Regionalbahn bei Karlsruhe: DB-Sicherheitsmitarbeiter schwer verletzt

Bei einem gewalttätigen Vorfall in einem Regionalzug im baden-württembergischen Raum ist am Montag ein Mitarbeiter der Deutschen Bahn-Sicherheit lebensgefährlich verletzt worden. Der 52-jährige Sicherheitsbeamte wurde bei einer Kontrolle in der Nähe von Karlsruhe attackiert, während der Zug sich in voller Fahrt befand. Dabei stürzte er aus dem Abteil und fiel auf die Gleise. Er erlitt schwere Kopfverletzungen und wurde notoperiert. Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe leitete Ermittlungen wegen versuchten Totschlags ein.

Der beschuldigte 36-jährige Mann, der während der Kontrolle aggressiv reagiert haben soll, ist nach Polizeiangaben vorbestraft und stand bereits im Fokus der Behörden. Trotz der Schwere der Vorwürfe wurde gegen ihn keine Untersuchungshaft angeordnet. Stattdessen wurde ihm ein Kontaktverbot für den ÖPNV auferlegt und eine Geldstrafe außerhalb der Hauptverhandlung zugestanden. Diese Entscheidung sorgt unter Sicherheitskräften und der Öffentlichkeit für Diskussionen über die Handlungsspielräume der Justiz bei Gewalttaten im öffentlichen Raum.

Die Deutsche Bahn verurteilte den Vorfall scharf und kündigte an, die Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden in Baden-Württemberg zu überprüfen. Auch der Betriebsrat der Bahn forderte schnellere und konsequentere Maßnahmen bei gewalttätigen Vorfällen. Der Zugverkehr auf der betroffenen Strecke war für mehrere Stunden unterbrochen, mehrere Reisende berichteten von panikartigen Szenen während des Vorfalls. Die Landesregierung in Stuttgart kündigte an, das Sicherheitskonzept im regionalen Schienenverkehr prüfen zu lassen.

Quellen: Spiegel Online