Ausstellung im Erfurter Volkskundemuseum zeigt Erotikshops der ostdeutschen Provinz

Das Volkskundemuseum in Erfurt widmet sich einem bislang wenig beachteten Aspekt der ostdeutschen Alltagskultur: einer neuen Fotoausstellung über kleine Erotikshops in der Provinz nach der deutschen Wiedervereinigung. Unter dem Titel „Provinzlust“ werden Aufnahmen gezeigt, die den Alltag, die Gestaltung und die kulturelle Einbettung dieser Läden dokumentieren – und dabei auch einen Blick auf die gesellschaftliche Transformation Ostdeutschlands werfen.

Die Ausstellung beleuchtet, wie sich Erotikhandel in ländlichen Regionen etablierte, oft abseits großer Städte und medialer Aufmerksamkeit. Die Fotografien zeigen Schaufenster, Ladeninterieurs und ihre Umgebung – eingebettet in das gewöhnliche Straßenbild ostdeutscher Kleinstädte. Dabei geht es nicht nur um Konsum, sondern auch um Fragen von Freizügigkeit, Tabus und gesellschaftlichem Wandel nach dem Ende der DDR.

Kuratorinnen betonen, dass die Exponate auch Spuren des wirtschaftlichen und mentalen Umbruchs sichtbar machen. Viele der abgebildeten Geschäfte existieren heute nicht mehr – verdrängt durch Onlinehandel oder neue Lebensrealitäten. Die Ausstellung wird daher auch als kulturhistorische Momentaufnahme verstanden, die den Blick auf die Utopien und Enttäuschungen der Nachwendezeit lenkt.

Quellen: MDR – Nachrichten