Die in Bremen ansässige Forschungsstelle Osteuropa ist nach Angaben aus dem Auswärtigen Umfeld offiziell von russischen Behörden als „unerwünschte Organisation“ deklariert worden. Diese Einstufung bedeutet, dass jede Form der Tätigkeit oder Kooperation mit russischen Partnern unter Strafe steht und das Engagement der Einrichtung im russischen Raum faktisch unmöglich wird.
Die Forschungsstelle, die sich seit Jahren mit gesellschaftlichen, politischen und historischen Entwicklungen in Osteuropa beschäftigt, hatte bereits in den vergangenen Monaten verstärkt auf die Verschlechterung der akademischen Freiheit in Russland hingewiesen. Die aktuelle Maßnahme aus Moskau wird als direkte Reaktion auf kritische Publikationen und Analysen gewertet, die auch staatliche Strukturen in Russland thematisieren.
Die Senatsverwaltung für Wissenschaft und Häfen in Bremen erklärte auf Anfrage, man verfolge die Entwicklung mit großer Sorge. „Wissenschaft darf nicht durch politische Willkür behindert werden“, so ein Sprecher. Gleichzeitig werde geprüft, wie die internationale Zusammenarbeit über Drittstaaten aufrechterhalten werden könne. Die Einstufung unterstreiche erneut die Bedeutung unabhängiger Forschung in Zeiten geopolitischer Spannungen.
Quellen: FAZ Online