Buckelwal erneut vor der Küste Schleswig-Holsteins gesichtet

Ein Buckelwal wurde am Donnerstag vor der Küste Schleswig-Holsteins nahe Heiligenhafen beobachtet. Die Sichtung bestätigt Befürchtungen von Meeresschützern, dass ein bereits aus dänischen Gewässern bekanntes Tier – vermutlich der kranke Buckelwal „Hartwin“ – erneut in deutsche Ostseebereiche vorgedrungen ist.

„Hartwin“ war in den vergangenen Wochen wiederholt in dänischen Gewässern gesichtet worden, wo Biologen ihn als möglicherweise desorientiert und krank einstuften. Sein Kurs deutete damals bereits auf eine Bewegung in Richtung deutscher Küstengewässer hin. Die aktuelle Beobachtung bei Heiligenhafen legt nahe, dass der Wal die Grenze passiert hat.

Behörden und Naturschutzorganisationen warnen davor, dass Buckelwale in der Ostsee außerhalb ihres natürlichen Lebensraums sind. Die relativ geringe Salinität und die enge Gewässerbegrenzung erhöhen das Risiko für gesundheitliche Probleme und Strandungen. Die Küstenwache und das zuständige Meeresforschungsinstitut in Kiel haben die Lage im Blick.

Öffentlich wird dazu aufgerufen, den Wal aus sicherer Distanz zu beobachten und ihn nicht zu stören. Insbesondere Bootsbetreiber sollen Geschwindigkeit reduzieren und Abstand halten, um Kollisionen oder zusätzlichen Stress für das Tier zu vermeiden.

Die Sichtung erinnert an den Fall des Buckelwals „Timmy“, der vor einigen Jahren ebenfalls durch die Ostsee schwamm und bundesweit für Aufsehen sorgte. Solche Ereignisse sind selten, aber nicht beispiellos – und gelten oft als Anzeichen für ungewöhnliche Wanderbewegungen, die möglicherweise mit Klimaveränderungen oder Orientierungsstörungen zusammenhängen.

Quellen: Der Tagesspiegel