Zwei Berliner Senatsverwaltungen befinden sich weiterhin im Krisenmodus: Bereits seit einer Woche sind ihre IT-Systeme nach einem schweren Cyberangriff außer Betrieb. Die Störungen beeinträchtigen den administrativen Betrieb erheblich, Dienstleistungen für Bürgerinnen und Bürger laufen nur eingeschränkt. Der grüne Abgeordnete Stefan Graf forderte in Reaktion auf die Lage ein Ende der „Kleinstaaterei“ bei der IT-Sicherheit und plädierte für eine zentralisierte, bundesweite Infrastruktur, um künftige Angriffe abzuwehren.
Die aktuelle Krise offenbare strukturelle Schwächen im digitalen Verwaltungssystem Berlins, so Graf. Jede Behörde verwalte ihre IT weitgehend eigenständig, was die Sicherheitslage verschlechtere. Stattdessen sei eine bundesweite, standardisierte IT-Architektur mit einheitlichen Sicherheitsprotokollen notwendig. Auch die Koordination zwischen Bundes- und Landesebene müsse verbessert werden, um auf Cyberbedrohungen effektiv reagieren zu können.
Die Bundesregierung hat in den letzten Jahren wiederholt vor zunehmenden hybriden Bedrohungen gewarnt. Der aktuelle Angriff in Berlin unterstreicht die Anfälligkeit öffentlicher Institutionen gegenüber digitalen Attacken. Experten mahnen, dass insbesondere Ballungsräume wie Berlin mit ihrer hohen Konzentration an staatlichen Einrichtungen besonders attraktive Ziele für Cyberkriminelle darstellen. Die Berliner Landesregierung kündigte an, die IT-Sicherheit künftig stärker in den Fokus zu rücken, um die Widerstandsfähigkeit der Verwaltung zu erhöhen.
Quellen: Der Tagesspiegel, Spiegel Online – Schlagzeilen