Deponie Brüchau: Gericht bestätigt Stopp der Giftmüll-Einkapselung

Das Oberverwaltungsgericht Magdeburg hat die Aussetzung der Sanierungsmaßnahmen zur Einkapselung von Giftmüll auf der Deponie Brüchau im Landkreis Salzwedel bestätigt. Die geplante Abdichtung des kontaminierten Areals wird damit vorerst nicht fortgesetzt. Die Behörden hatten die Maßnahme als dringend notwendig eingestuft, um Grundwasser und Umwelt zu schützen. Doch das Gericht sieht weiteren Klärungsbedarf hinsichtlich der langfristigen Sicherheit und der Umweltauswirkungen.

Bürgerinitiative triumphiert
Die Bürgerinitiative „Pro saubere Umwelt Brüchau“ begrüßte die Entscheidung als „historischen Erfolg“. „Wir haben von Anfang an darauf hingewiesen, dass das Konzept nicht ausreichend durchdacht ist. Jetzt muss die Politik endlich zuhören“, sagte ein Sprecher der Initiative. Die Gruppe hatte mehrfach öffentliche Proteste organisiert und rechtliche Schritte gegen das Vorhaben eingeleitet.

Sanierung in Frage gestellt
Die Deponie Brüchau war jahrzehntelang ein Ablagerungsstandort für industrielle Abfälle. Die geplante Einkapselung mittels einer Dichtwand sollte verhindern, dass Schadstoffe ins Grundwasser gelangen. Doch Umweltverbände und Anwohner befürchten, dass die Methode langfristig versagen könnte und eine vollständige Sanierung erforderlich sei. Das Gericht fordert nun ein überarbeitetes Gutachten, das alle Risiken transparent darstellt.

Die Landesregierung kündigte an, die Entscheidung ernst zu nehmen und den Sanierungsplan neu zu bewerten. Ein Sprecher betonte jedoch: „Der Schutz der Bevölkerung und der Umwelt bleibt oberste Priorität.“

Quellen: MDR – Nachrichten