Dräger warnt vor schleichendem Niedergang der Chemieindustrie – Auswirkungen auf Lübecker Maschinenbau

Der Lübecker Technologiekonzern Dräger warnt vor einem schleichenden Niedergang der deutschen Chemieindustrie. Wie das Unternehmen betont, ist die Branche, mit der Dräger eng zusammenarbeitet, zunehmend unter Druck geraten – mit direkten Konsequenzen für den Maschinenbau in Schleswig-Holstein.

Dräger, bekannt für Sicherheits- und Medizintechnik, liefert seit Jahren Systeme zur Gasmessung, Atemschutz und Prozessüberwachung an Chemiebetriebe. Aufgrund der wirtschaftlichen Schwierigkeiten in der Branche – hohe Energiekosten, sinkende Investitionen und internationale Konkurrenz – bleibe jedoch immer mehr Auftragsvolumen aus. „Die Chemieindustrie stirbt leise“, zitiert der Tagesspiegel einen Unternehmenssprecher, der die Auswirkungen bereits im Lübecker Werk spüre.

Die Situation wirft auch Fragen zur Zukunft regionaler Industriezweige in Schleswig-Holstein auf. Die norddeutsche Wirtschaft ist stark auf produzierendes Gewerbe angewiesen, und ein Rückgang in einem zentralen Sektor wie der Chemie könnte Kettenreaktionen auslösen. Experten befürchten, dass mittelständische Zulieferer wie Dräger in Mitleidenschaft gezogen werden, selbst wenn sie nicht direkt zur Chemieindustrie gehören.

Die Landesregierung in Kiel hat die Warnung zur Kenntnis genommen. Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums betonte, dass man regionale Innovationsnetzwerke stärken und die Energiekostenentwicklung im Auge behalten wolle. Ob dies jedoch ausreicht, um strukturelle Veränderungen in der Industrie abzufedern, bleibt offen.

Quellen: Der Tagesspiegel