Dresdner Mathematiker wirft OpenAI vor, KI-Beweis ohne Zuschreibung übernommen zu haben

Der an der Technischen Universität Dresden tätige Mathematiker Andreas Thom hat öffentlich Zweifel an der Originalität eines kürzlich von OpenAI präsentierten mathematischen Beweises geäußert. Thom zufolge arbeitete er über Monate hinweg mit KI-Systemen an einem komplexen Problem aus der algebraischen Topologie – und war kurz vor Abschluss seiner Forschung, als OpenAI plötzlich einen nahezu identischen Beweis veröffentlichte.

„Wir haben unsere Ergebnisse nicht publiziert, aber intensiv mit KI-Modellen experimentiert, die auf öffentlichen und teilweise internen Daten trainiert wurden“, erklärte Thom gegenüber SPIEGEL Online. „Dass OpenAI nun exakt dieselben Schlussfolgerungen zieht – ohne unsere Arbeit zu zitieren – wirft Fragen auf.“ Er frage sich, ob seine Forschungsdaten möglicherweise in Trainingsdatensätze der Firma gelangt sind, ohne dass er davon wusste.

OpenAI hat bislang nicht offiziell auf die Vorwürfe reagiert. KI-Forscher warnen seit Längerem vor möglichen Urheberrechtsproblemen, wenn KI-Modelle aus nicht lizenzierten wissenschaftlichen Arbeiten lernen. Thoms Fall könnte nun als wegweisend für die Diskussion über geistiges Eigentum im Zeitalter der KI gelten – besonders an deutschen Universitäten, die verstärkt in KI-gestützte Forschung investieren.

Quellen: Spiegel Online – Schlagzeilen