Am Flughafen Leipzig/Halle hat sich ein schwerer Sicherheitsvorfall ereignet: Eine Drohne mit Sprengstoffanhängsel hat nach Medienberichten ein ukrainisches Antonow-Frachtflugzeug getroffen, ohne zu explodieren. Das Flugzeug wurde in der Nähe des Kerosintanks beschädigt, wie der MDR unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtet. Der Fund löste eine massive Polizei- und Ermittlungsaktion aus.
Wie die Süddeutsche Zeitung und Welt Online unter Berufung auf Medienberichte berichten, konnten Ermittler DNA-Spuren an der Drohne sichern. Diese Spuren stimmen laut „Bild“-Angaben mit bereits bekannten biologischen Proben aus einem anderen Ermittlungsfall überein – möglicherweise aus der Untersuchung eines Anschlags auf eine DHL-Einrichtung. Die Verbindung deutet auf eine mögliche Kontinuität in der Täterstruktur hin und erhöht den Druck auf die Sicherheitsbehörden.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) reagierte mit konkreten Maßnahmen: Er kündigte an, die Drohnenabwehreinheit der Bundespolizei von bisher 150 auf 300 Kräfte aufzustocken. Der Tagesspiegel kritisiert jedoch, dass viele der nun vorgeschlagenen Maßnahmen eher als Aktionismus zu werten seien und kurzfristig wenig zur Verbesserung der Sicherheit beitrügen.
Rüdiger Lucassen von der AfD forderte eine konsequentere Umsetzung von Sicherheitsstrategien und betonte, dass innere und äußere Sicherheit heute nicht mehr voneinander zu trennen seien. Der Vorfall wirft erneut Fragen zur Schutzfähigkeit kritischer Infrastruktur in Deutschland auf – insbesondere an einem der wichtigsten Frachtflughäfen Europas.
Quellen: MDR – Nachrichten, Süddeutsche Zeitung, Welt Online, ZEIT Online – Deutschland, Tagesspiegel