Im Zuge der wachsenden Bedrohung durch Drohnen hat in Sachsen-Anhalt ein neues Forschungszentrum für Drohnenabwehr seine Arbeit aufgenommen. Das Zentrum, initiiert durch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt, soll Technologien entwickeln, um kritische Infrastrukturen wie Flughäfen besser zu schützen. Der Hintergrund: Eine Sprengstoffdrohne war kürzlich am Flughafen Leipzig/Halle entdeckt und unschädlich gemacht worden – ein Ereignis, das bundesweit für Alarm sorgte.
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) leitet das Projekt, das auf einem speziellen Testgelände in Sachsen-Anhalt angesiedelt ist. Dort dürfen Drohnen mit bis zu 25 Kilogramm Startgewicht ohne behördliche Genehmigung gestartet werden – eine seltene Freigabe, die Forschungsvorhaben deutlich beschleunigt. Experten betonen, dass die Lage im Osten Deutschlands strategisch ideal sei, um Technologien unter realistischen Bedingungen zu erproben.
Der Vorfall in Leipzig hatte gezeigt, wie verletzlich zivile Infrastrukturen sind. Das neue Zentrum soll unter anderem Systeme zur Ortung, Identifikation und Abschaltung von Drohnen entwickeln. Auch militärische Anwendungen werden diskutiert. Die Kooperation zwischen Bundesbehörden, Forschungseinrichtungen und der Industrie gilt als entscheidender Schritt zur Stärkung der nationalen Sicherheit – mit Sachsen-Anhalt als neuer Schwerpunkt im Bereich der Luftüberwachung.
Quellen: Welt Online, FAZ Online, heise online