Drohnenschock am Flughafen Leipzig/Halle: Polizei durchsucht verlassenes Dorf Kursdorf

Ein mysteriöser Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle sorgt in Sachsen-Anhalt für höchste Sicherheitsalarmstufe. Nachdem am Dienstag eine Drohne mit Sprengstoffanhängsel entdeckt wurde, durchsuchten Spezialeinheiten am Abend das verlassene Dorf Kursdorf, das direkt am Rande des Flughafengeländes liegt. Das Dorf war aufgrund von Tagebauarbeiten geräumt worden und gilt seitdem als sogenanntes Geisterdorf. Experten vermuten, dass der Ort aufgrund seiner Lage und unkontrollierten Zugänglichkeit für Anschläge missbraucht werden könnte.

Julian Kelterborn, Sicherheitsexperte, äußerte im Interview Unverständnis: „Dass das nicht Teil der Flughafenüberwachung ist, hat mich dann doch gewundert.“ Er betont, dass gerade entvölkerte Gebiete wie Kursdorf ideale Rückzugsorte für illegale Aktivitäten böten. Die Bundesanwaltschaft hat inzwischen die Ermittlungen übernommen, da ein möglicher terroristischer Hintergrund nicht ausgeschlossen werden kann.

Im Landtag reagierten alle Fraktionen mit Sorge. Der Innenausschuss tagte in einer Sonderitzung und forderte umgehend verbesserte Abwehrsysteme gegen Drohnen. „Wir brauchen ein bundesweites Konzept zur Luftüberwachung sensibler Infrastrukturen“, so ein Abgeordneter. Der Vorfall wirft erneut Fragen zur Sicherheit kritischer Infrastrukturen in der Region auf – besonders vor dem Hintergrund zunehmender technologischer Bedrohungen.

Quellen: Welt Online, ZEIT Online – Deutschland, MDR – Nachrichten