Im thüringischen Eisenach wird am Wochenende ein Stück industrieller DDR-Geschichte gefeiert: Vor exakt 60 Jahren rollte der Wartburg 353 erstmals vom Band des Automobilwerks Eisenach. Der dreizylindrige Viertakt-Mittelklassewagen galt als technologischer Fortschritt und wurde über Jahrzehnte hinweg in Tausenden Exemplaren produziert – auch für den Export. Anlässlich des Jubiläums findet ein großes Oldtimer-Treffen statt, zu dem sich Enthusiasten aus Deutschland und dem Ausland versammeln.
Der Wartburg 353, auch bekannt als „Knutschkugel“ aufgrund seiner runden Form, genießt bis heute Kultstatus. Im Gegensatz zu anderen DDR-Fahrzeugen wie dem Trabant wurde er in wesentlich höheren Stückzahlen international vertrieben. Heute ist er ein Symbol für die einzigartige Ingenieurskunst der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik. Auf dem Gelände des historischen Werks sowie entlang der Innenstadtstraße sind zahlreiche restaurierte Modelle zu sehen, viele davon in Originalzustand.
Eisenach, als Geburtsort des Wartburg, ist bis heute eng mit der Automobilgeschichte verbunden. Die ehemalige Fabrik wurde später von Opel übernommen, bevor die Produktion 2013 endete. Doch das Erbe lebt weiter – nicht nur in Museumsausstellungen, sondern vor allem in der Begeisterung der Oldtimer-Community. Das Heimweh-Treffen wird begleitet von Vorträgen, technischen Workshops und einer Parade durch die Innenstadt.
Quellen: Der Tagesspiegel, MDR – Nachrichten