Die Debatte um die Enteignung großer Immobilienkonzerne in Berlin geht in die heiße Phase. Mit nur einem Monat Vorsprung vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus im September 2026 hat der SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach mit einer provokativen Aktion am Russischen Haus in der Stadt für Aufsehen gesorgt. Auf einem sozialen Netzwerk veröffentlichte er ein Foto von sich vor dem Gebäude am Leipziger Platz – und fragte: „Wenn wir hier enteignen, warum nicht auch bei den großen Wohnkonzernen?“
Die Aktion wird als indirekte Anspielung auf das umstrittene Volksbegehren „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ interpretiert, das 2021 erfolgreich war, aber juristisch weiter umstritten bleibt. Während die Linkspartei weiterhin auf einer umfassenden Enteignungspolitik beharrt, positioniert sich die SPD vorsichtiger – Krachs Geste deutet jedoch auf eine Annäherung an linke Forderungen hin, möglicherweise im Hinblick auf eine zukünftige Koalitionsbildung.
Die Diskussion wird vor dem Hintergrund anhaltend hoher Mieten und angespannter Wohnraumverhältnisse geführt. Berlin kämpft seit Jahren mit Wohnungsmangel, steigenden Mietpreisen und Gentrifizierung. Kritiker der Enteignungspläne warnen vor Rechtsunsicherheit und Investitionsstau, Befürworter sehen darin einen notwendigen Schritt zur Demokratisierung des Wohnens.
Quellen: Welt Online, Der Tagesspiegel